C.F.Gellert

Aus Gellerts Leben

Am 4. Juli 1715 wurde Christian Fürchtegott Gellert als Sohn eines Pastors in Hainichen / Sachsen geboren. E war das neunte von dreizehn Kindern. Ab 1729 besuchte er die Fürstenschule St. Afra in Meißen und erhielt eine gymnasiale Ausbildung. 1734 begann Gellert sein Studium an der Universität Leipzig: Philosophie, Geschichte,  Literatur, Theologie. Aus finanziellen Gründen musste er das Studium abbrechen, arbeitete als Hauslehrer und Prediger. 1743 kehrte er an die Universität zurück und beaufsichtigte die Studien junger Adliger. Er arbeitete weiter an seiner akademischen Bildung, erwarb einen ersten akademischen Grad, den Baccalaureus und Magister der Weltweisheit. 1744 habilitierte sich Gellert mit einer Dissertation über die Fabeln, das gab ihm das Recht,  als Privatdozent Vorlesungen über Poesie, Beredsamkeit und Moral zu halten. In einer literarischen Monatszeitschrift wurden seine ersten literarischen Produkte, Fabeln und Schäferspiele, veröffentlicht. 1746 / 1748 erschienen bei einem Leipziger Verleger „Fabeln und Erzählungen“, der Roman „Das Leben der schwedischen Gräfin von G**“, die Lustspiele. 1751 erhielt Gellert eine außerordentliche Professur (ohne festes Gehalt, nur mit einer Pension) an der Universität. Er erteilte weiterhin Privatunterricht und verfasste Gelegenheitsgedichte. Körperliche Schwäche zwang den Schriftsteller mehrfach, seine Lehrtätigkeit  zu unterbrechen, um bei Kuraufenthalten in Bad Lauchstädt und in Karlsbad Linderung zu suchen. Gellert führte einen umfangreichen Briefwechsel mit seinen Freunden und Kollegen, mit seinen Schülern, mit Menschen, die sich seinen Rat erbaten, mit der Familie. 1757 erschienen Gellerts „Geistliche Oden und Lieder“ bei einem Leipziger Verlag. Einige Lieder sind in die Gesangbücher beider Konfessionen eingegangen. Ab 1757 hielt sich der Schriftsteller häufig auf den Gütern adliger Familien auf, die seine literarische Leistung schätzten. Dies waren die Familie von Zedtwitz in Bonau bei Weißenfels und die Familie Vitzthum von Eckstädt in Störmthal und Wölkau. In Bonau erkrankte Gellert so schwer, dass sein Tod befürchtet werden musste. Im Dezember 1760 lud Friedrich II. in Leipzig den Dichter zu einer Audienz ein. Den Inhalt des Gesprächs hat Gellert in einem Brief an Erdmuth von Schönfeld ausführlich geschildert. Ab 1765 befasste sich der Hochschullehrer vorwiegend mit seinen moralischen Vorlesungen, die unter den Studenten in Leipzig sehr gefragt waren. Selbst der junge sächsische Kurfürst gehörte zu Gellerts Zuhörern. Die Sammlung dieser Vorlesungen ist erst nach Gellerts Tod im Druck erschienen.

Am 13. Dezember 1769 starb Christian Fürchtegott Gellert in Leipzig. Nur wenige Wochen danach starb sein in Leipzig lebender und etwas älterer Bruder Friedrich Lebrecht. Ihr gemeinsames Grab befand sich auf dem Alten Johannisfriedhof. Gellert genoss in Leipzig und in ganz Deutschland eine große Verehrung.

Zusammengestellt von Dr. Werner Marx